SOMALIA
Eine Konfliktanalyse aus friedenspädagogischer Sicht

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Wo? – Konfliktregion
Somalia ist ein Staat am Horn von Afrika im äußersten Osten Afrikas. In Somalia leben rund 17 Millionen Menschen, die Fläche der Republik ist ungefähr doppelt so groß wie jene der Bundesrepublik Deutschland. Der Nordwestendes Landes spaltete sich 1991 ab und existiert seither als unabhängiger De-facto-Staat Somaliland.


Wer? – Konfliktparteien
Innerstaatlicher, politischer Konflikt zwischen der somalischen Regierung und der Regierung der selbst ernannten Republik Somaliland im Nordwesten Somalias. Zudem stehen die Regionalregierungen Somalilands und der benachbarten autonomen Region Puntland in einem andauernden Konflikt um Gebiete in Sool und Sanaag (im Nordosten Somalias).
Wann? – Zeittafel
1960: Unabhängigkeit Somalias
Britisch-Somaliland, seit 1884 britische Kolonie im nordwestlichen Teil Somalias, und Italienisch-Somaliland, seit 1889 italienische Kolonie im südlichen bzw. zentralen Teil Somalias, erlangen in einem gemeinsamen, dekolonialen Prozess mit einem Abstand von fünf Tagen ihre Unabhängigkeit. Somaliland gilt somit kurz als unabhängig und entscheidet sich dann freiwillig zur Vereinigung mit dem Süden in der gemeinsamen Republik Somalia.
1988: Gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen dem Barré-Regime und der SNM
Die Somali National Movement (SNM) gründet sich mit einflussreichen Personen aus dem Isaaq-Clan, einem der größten Clans in der Region Somaliland, und kämpft in den 1980er Jahre gegen das Barré Regime. Präsident Siad Barré, welcher 1969 durch einen Militärputsch an die Macht kam, geht im Laufe der 1980er Jahre massiv gegen Mitglieder des Isaaq-Clans vor. Im Jahr 1988 besetzt die SNM die Städte Hargeysa und Buraro. Regierungstruppen beginnen daraufhin mit Bombardierungen, welche Zehntausende SNM-Mitglieder und Zivilist:innen töten und Hundertausende vertreiben. Die SNM verübt Anschläge und Massaker zur Vergeltung.
1991: Sturz Barrés und Gründung der Republik Somaliland
Präsident Barré flieht im Januar 1991 aus dem Land, nachdem oppositionelle Gruppen die Hauptstadt Mogadishu erobern und die Regierung stürzen. Somaliland erklärt am 18. Mai 1991 unter der SNM seine Unabhängigkeit auf dem Gebiet der ehemaligen britischen Kolonie mit Hargeysa als Hauptstadt und löst sich von der Union mit dem Süden Somalias. Die Unabhängigkeitserklärung Somalilands wird weder von Somalia noch von ausländischen Regierungen anerkannt.
1991-1997: Friedenskonferenzen und Staatsaufbau in Somaliland, Bürgerkrieg in Somalia
Es finden mehrere Konferenzen und Treffen zwischen der SNM-Führung und den Clan-Ältesten Somalilands statt, mit dem Ziel, dauerhaften Frieden in der Region zu sichern. Eine besonders wichtige ist die Borama Konferenz 1993/94, deren Ergebnis eine Friedens- und Nationalcharta ist. Die Friedensprozesse ermöglichen den Aufbau politischer Institutionen und Demokratisierungsprozesse zu Beginn der 2000er Jahre. Im Rest des Landes hält der somalische Bürgerkrieg zwischen den oppositionellen Gruppen unvermindert an, da keine Einigung auf eine Nachfolgeregierung erzielt werden konnte.
2012-2017: Erste Verhandlungen zwischen Somaliland und Somalia
Somaliland nimmt im Februar 2012 nach jahrelanger Pause wieder an Gesprächen mit der somalischen Regierung teil. Es folgen weitere Verhandlungsrunden über Sicherheitsfragen und wirtschaftliche Zusammenarbeit, doch die Beziehungen verschlechtern sich mit einem Regierungswechsel in Somalia im Jahr 2017.
2023: Kämpfe zwischen Somaliland und dem Dhulbahante-Clan
Im Frühjahr 2023 kommt es wiederholt zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den somaliländischen Streitkräften und Milizen des Dhulbahante-Clans in der Region Sool, die seit 2007 zu Somaliland gehört. Grund dafür ist, dass Vertreter:innen des Dhulbahante-Clans die Absicht bekannt geben, dass sich die Regionen Sool, Sanaag und Cayn mit Somalia wiedervereinigen und die somaliländischen Truppen aus der Region abziehen sollen.
2024: Abkommen zwischen Äthiopien und Somaliland und Reaktion Somalias
Somaliland verkündet Anfang des Jahres ein „Memorandum of Understanding“. Es besagt, dass sie dem Nachbarland Äthiopien Zugang zu Teilen des somaliländischen Gebietes gewähren, damit Äthiopien an der Küste einen Marinestützpunkt und Handelshafen errichten kann und als Gegenleistung als erstes Land die Unabhängigkeit Somalilands anerkennt. Dies führt zu erneuten Spannungen mit der somalischen Regierung, welche das Territorium als somalisches Staatsgebiet betrachtet und die eigene Staatssouveränität durch Äthiopien gefährdet sieht. Im August 2024 unterzeichnet Somalia ein Abkommen mit Ägypten zur militärischen Unterstützung, wodurch sich wiederum Äthiopien bedroht fühlt und Truppen an die somalische Grenze verlegt. Die Türkei versucht im Konflikt zu vermitteln.
Wie? – Mittel der Konfliktaustragung

Die Somali National Movement (SNM), der bewaffnete Arm des Isaaq-Clans, kämpft in den 1980er Jahren gegen das Barré-Regime. Das Militär unter Barré tötet im Zuge der Auseinandersetzungen und seiner repressiven Politik zehntausende Angehörige des Isaaq-Clans in Somaliland und zerstört einen Großteil der Infrastruktur in der Region. Das Barré-Regime wird im Januar 1991 von der SNM und weiteren bewaffneten oppositionellen Gruppen gestürzt, woraufhin die staatlichen Strukturen zusammenbrechen und ein Bürgerkrieg beginnt. Verschiedene Clans kämpfen gewaltsam um die Macht in Somalia. Die SNM weigert sich, eine Übergangsregierung anzuerkennen und erklärt im Mai 1991 die Unabhängigkeit der Republik Somaliland. Somaliland strebt seither die internationale Anerkennung als unabhängiger Staat an. Die Region hat sich als De-facto-Staat von Somalia getrennt entwickelt. Der Süden Somalias ist durch jahrzehntelang anhaltende Kämpfe geprägt. Die Zentralregierung in Mogadischu lehnt die Unabhängigkeit Somalilands dauerhaft ab und beansprucht die territoriale Integrität. Diese Grundhaltung verschiedener somalischer Regierungen zu Somaliland bleibt im Allgemeinen unverändert. Es kommt immer wieder zu politischen Spannungen zwischen der somaliländischen Regierung und der Regierung Somalias sowie zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit bewaffneten Gruppen einzelner Clans, welche die somalische Regierung unterstützen.
Warum? – Erklärungen für den Konflikt

Machtstreben und Gesellschaftsordnung (machtbasierter/kultureller Erklärungsansatz)
Die somalische Gesellschaft ist durch ein Clansystem strukturiert, welches das Zusammenleben und die Politik organisiert. Es gibt fünf große Clanfamilien (Hawiye, Darood, Isaaq, Rahanweyn (Digil-Mirifle) und Dir), die sich auf bestimmte Regionen des Landes verteilen. Jede dieser Clanfamilien besteht zudem aus einer Vielzahl von Subclans. Jede:r Somali gehört über die väterliche Abstammungslinie einem der Clans an. Die Zugehörigkeit zu einem Clan und dessen Position im politischen System wirkt sich auf den Zugang zu (überlebenswichtigen) Ressourcen, Territorium, Sicherheit, Wohlstand sowie auf politischen Einfluss und Kontrolle aus. Die Clanstrukturen sind für die Menschen identitätsstiftend, vor allem angesichts der Abwesenheit funktionierender staatlicher Strukturen. Zwischen den Clanfamilien im Land gibt es sowohl Kooperation und Solidarität, als auch erhebliche Ungleichheiten und Feindschaften. Dominierende Clangruppen können den Zugang zu Institutionen und Ressourcen für andere Clans stark einschränken oder für die eigene Gruppe begünstigen. Den Clanältesten kommt bei der Vermittlung von Streitigkeiten eine wichtige Funktion zu, sie haben eine repräsentative und rechtssprechende Rolle.
Unter dem autoritären Barré-Regime waren Korruption und Repression stark verbreitet. Bestimmte Clangruppen, darunter insbesondere Mitglieder der nordwestlichen Clans wie des Isaaq-Clans, wurden sowohl politisch als auch wirtschaftlich benachteiligt. Sie wurden bspw. von staatlichen Investitionen, der Verteilung von Entwicklungshilfen oder politischen Ämtern ausgeschlossen. Das gewaltsame und repressive Vorgehen der Regierung führte zu Missständen und der Organisation einer clanbasierten Opposition. Aufgrund des leichten Zugangs zu Waffen und ausländischer Unterstützung kam es in Somalia zu einer Art Hypermilitarisierung, die es den oppositionellen Gruppen ermöglichte, bewaffnet gegen die Regierung vorzugehen. Der Isaaq-Clan versucht sich aufgrund der Unterdrückung durch das Barré-Regime und territorialen Ansprüchen von der Zentralregierung zu lösen. Die Kämpfe im restlichen Land sowie die Machtbestrebungen der Zentralregierung und die Sicherung des Einflusses im Norden des Landes halten jahrzehntelang an.
Unabhängigkeitsbestrebung und territoriale Ansprüche (machtbasierter Erklärungsansatz)
Somaliland war vor der britischen Besatzung eine eigenständige Region und viele der dort lebenden Menschen lehnten die Zentralisierung der Macht nach dem Zusammenschluss im Jahr 1960 ab. Die in den 1980er Jahre entstandene Rebellengruppe, „Somali National Movement“ (SNM) in Somaliland, stellte sich gegen die Militärregierung unter dem damaligen Präsident Siad Barré, welche Mitglieder des Isaaq-Clans systematisch verfolgt und benachteiligt hatte. Die Isaaq lehnten eine Machtzentralisierung durch eine Übergangsregierung ab und strebten die Unabhängigkeit auf dem Gebiet der ehemaligen britischen Kolonie an. Seither hat Somaliland zudem verschiedene Institutionen aufgebaut und eine Demokratisierung der Region vorangetrieben. Bislang konnte keine Einigkeit zwischen der Zentralregierung und der Regierung Somalilands über die Unabhängigkeitsbestrebungen erzielt werden.
Ressourcenkonkurrenz (ökonomischer Erklärungsansatz)
Die somalische Gesellschaft ist durch eine nomadisch-pastorale Lebensweise geprägt, bei der Menschen regelmäßig ihren Aufenthaltsort wechseln, um ihre Vieherden mit Wasser und Weidegrün zu versorgen. Dabei kommt es häufig zu Streitigkeiten um Weidegebiete. Daher sind Zugänge zu natürlichen Ressourcen für die Clans, insbesondere im Norden Kenias, entscheidend. Die Kontrolle über die Zugänge war auch für den vom Barré-Regime unterdrückten Isaaq-Clan von zentraler Bedeutung und stützte die Unabhängigkeitsbestrebungen. Auch zwischen der aktuellen Zentralregierung und der somaliländischen Regierung sind ökonomische Fragen, wie der Zugang zu Häfen oder den Verlauf von Handelsrouten, und Streitigkeiten über Ressourcen, wie die Verteilung von Entwicklungshilfen, Teil der Auseinandersetzungen.
Friedenspotenziale

Welche Friedensbemühungen gibt es bereits?
Regional
Nach anfänglichen Konflikten zwischen den Anführern des Somali National Movement und nicht zum Isaaq-Clan gehörenden Subclans fanden in den 1990er Jahren mehrere Friedens- und Versöhnungskonferenzen statt. Die Anführer der SNM und die Clan-Ältesten der in Somaliland lebenden Clans versuchten eine dauerhafte friedliche und politische Lösung in der Region zu erarbeiten. Die Subclans konnten eine Versöhnung und die Beilegung der bewaffneten Kämpfe erreichen. Ausgehend von diesen Gesprächen gab es eine erste „Große Konferenz der nördlichen Völker“ in Burco (1991), an der die zentralen Führungspersonen aller Clans der Region teilnahmen. Während einer weiteren großen Versöhnungskonferenz im Jahr 1993 in Borama wurde mithilfe des Ältestenrats und ohne nennenswerten Einfluss von außen eine Friedenscharta erarbeitet. Im Zuge dieser Friedens- und Versöhnungsprozesse wurde ein Entwaffnungs-, Demobilisierungs- und Reintegrationsprozess (DDR) gestartet, eine Übergangsregierung gebildet und der Regierungssitz in der Hauptstadt Hargeysa etabliert. Im Laufe der letzten Jahrzehnte schritten Demokratisierungsprozesse weiter voran: staatliche Institutionen wurden aufgebaut, im Jahr 2001 wurde eine Verfassung verabschiedet und durch ein Referendum mit überwiegender Mehrheit angenommen. Es wurde ein Mehrparteiensystem eingeführt und seit 2002 wurden mehrere Wahlen durchgeführt (Regional-, Präsidentschafts- und Parlamentswahlen), welche internationalen Beobachter:innen zufolge friedlich, frei und transparent verliefen. Die Clanältesten in Somaliland wurden durch einen nationalen Ältestenrat („Goolaha Guurti“) als eigene Parlamentskammer („Goolaha Wakiiladda“) in das politische System Somalilands integriert. Die Afrikanische Union (AU) lehnte dennoch im Jahr 2006 einen Beitrittsantrag Somalilands und damit die Anerkennung seiner Unabhängigkeit ab. Auch wenn die Region bis heute keine internationale Anerkennung ihrer erklärten Unabhängigkeit erfahren hat, hat die Regierung Somalilands wirtschaftliche Beziehungen aufgebaut, z.B. zu Staaten wie Äthiopien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten, und nutzt den Hafen von Berbera für internationalen Handel. Somaliland führte zudem eine Zentralbank und eine eigene Währung ein, was zur wirtschaftlichen Stabilisierung beitrug. Diese Entwicklungen tragen ebenfalls zu einer relativen Stabilität in der Region bei, während der Rest des Landes seit Jahren unter politischen Spannungen, enormer Kriminalität und Extremismus leidet.
Staatlich
Bis 2012 finden kaum diplomatische Gespräche zwischen Somaliland und Somalia statt. Im Februar 2012 nimmt Somaliland das erste Mal an einer Versöhnungskonferenz mit Somalia teil, auf die eine Reihe weiterer Verhandlungen folgt. Dabei ging es weniger um die Klärung des Unabhängigkeitsstatus der Region, sondern vielmehr um die Gestaltung der Zusammenarbeit im Kampf gegen Kriminalität und Extremismus sowie die Verteilung von Entwicklungsgeldern.
International
Während zu Beginn der Friedens- und Staatsaufbauprozesse in Somaliland ausländische Unterstützung fast gänzlich ausblieb und die Konferenzen durch inländische Mittel finanziert wurden, veränderte sich mit der Zeit die externe Unterstützung im Demokratisierungsprozess. Im Jahr 2005 wurden die Parlamentswahlen durch externe Geberländer unterstützt, was zu einer Stärkung des internationalen Ansehens Somalilands führte, wenn auch nicht zur internationalen Anerkennung als eigener Staat. Gesprächsrunden zwischen Somaliland und Somalia zur Beilegung von Streitigkeiten wurden immer wieder von Vertreter:innen Äthiopiens oder Dschibutis vorangetrieben, aber auch durch Vertreter:innen aus der Türkei oder aus der USA und der EU begleitet.
Nichtregierungsorganisationen und Zivilgesellschaft
Im Rahmen der von der UN geförderten Agenda „Frauen, Frieden und Sicherheit“ setzten sich einige Akteure wie zum Beispiel die GIZ für die Förderung von Stabilität und Frieden, für mehr Geschlechtergerechtigkeit, bessere (Gesundheits-)Versorgung und Ernährungssicherheit, und damit für umfassende Verbesserung der humanitären Lage in Somalia, ein. Auch die Berghof Foundation ist seit vielen Jahren in der Region tätig und fördert Projekte zum Aufbau einer Friedensinfrastruktur (Infrastructures for Peace, I4P) und zur erhöhten Aufmerksamkeit für Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Konflikten. Es gibt viele lokale Initiativen wie etwa die Somali Peace Line oder die Somali Green Peace Association, die sich für Dialog und Mediation oder für die Verknüpfung von Friedensarbeit und Klimawandelanpassung einsetzen.
Welche Friedensansätze werden diskutiert?
Staatlich
Ende 2023 entschieden sich die Regierung Somalilands und die somalische Regierung, nach langjährigen politischen Spannungen und andauerndem Stillstand, wieder Gespräche um eine nachhaltige Lösung des Konflikts aufzunehmen. Darüber hinaus wurde eine Zusammenarbeit in der Bekämpfung der organisierten Kriminalität und im Sicherheitsbereich in Aussicht gestellt, um gemeinsam zu einer Stabilität in den Konfliktgebieten beizutragen. Dieser eher „technische“ Ansatz ermöglicht es den Akteuren, sich anzunähern ohne zu große politische Zugeständnisse zu machen.
Die somalische Regierung forderte zunächst eine friedliche Beilegung der Streitigkeiten und erneuten gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Grenzregion zwischen Puntland und Somaliland. Sie unterstützt zeitgleich jedoch die Bestrebungen des Dhulbahante-Clans zur Wiedervereinigung Somalias.
International
Sowohl die UN als auch weitere Menschenrechtsorganisationen riefen im Jahr 2023, als der Konflikt erneut eskalierte, zu einem Waffenstillstand auf und forderten eine Deeskalation und den Rückzug somaliländischer Truppen. Äthiopien versuchte mithilfe einer Vermittlungsinitiative Friedensgespräche zwischen den Konfliktparteien anzubahnen. Allerdings wird die Vermittlerrolle von Äthiopien nicht von allen akzeptiert, da das Land von einigen als Konfliktbeteiligter oder gar als Konfliktprofiteur angesehen wird.
Konfliktpartei: Somalische Regierung
Konfliktpartei: Somalische Regierung
Positionen
- Umsetzung eines föderalen politischen Systems in Somalia
- Somaliland und Puntland gehören zu Somalia
- Somaliland darf international nicht als unabhängig anerkannt werden
Interessen
- Zugang zu den Häfen im Norden des Landes
- Wiedervereinigung und Wiederherstellung der territorialen Integrität
- Bekämpfung von Kriminalität und Extremismus im Land
Bedürfnisse
- Machterhalt
- Zugang zu Ressourcen & Sicherung des Überlebens trotz Klimawandel
- Sicherung der Staatssouveränität
- Sicherheit & Stabilität
Arbeitsblatt Konfliktzwiebel (leer)
Arbeitsblatt Konfliktzwiebel Somalische Regierung (ausgefüllt)
Konfliktpartei: Somaliland
Konfliktpartei: Somaliland
Positionen
- Die Regionen Sool & Sanaag im grenzgebiet zu Puntland gehören zu Somaliland
- Somaliland ist eine unabhängige Republik
- Somaliland soll international als eigener Staat anerkannt werden
Interessen
- Ökonomische und finanzielle Unterstützung
- Eine Vertretung in internationalen Organisationen wie der AU und den UN
- Ausbau des wirtschaftlichen Systems
Bedürfnisse
- Sicherheit und stabiles politisches System
- Sicherung des Zugangs zu Ressourcen & Überleben
- Machterhalt & Wohlergehen der nordwestlichen Clans
Arbeitsblatt Konfliktzwiebel (leer)
Arbeitsblatt Konfliktzwiebel Somaliland (ausgefüllt)
Konfliktbaum Somalia
Konfliktbaum Somalia
Effekte und Auswirkungen
- Strukturelle Ungleichheiten zwischen den Bundesstaaten
- Unterdrückung und Wettstreit um Zugang zu politischen Ämtern und Territorien
- Bewaffnete Auseinandersetzungen
- Verstärkte Verbreitung von Waffen / Hypermilitarisierung
- Kriminalität & transnationaler Extremismus
- Flucht & Vertreibung
- Über Zehntausend Tote
Kernproblem: Ausrichtung des politischen Systems: Zugang zu politischen Ämtern und Ressourcen
Konfliktursachen
- Erschwerung der gewohnten Lebensweise & des Überlebens durch Klimawandel und ökologische Veränderungen
- Spaltung und Ungleichheiten im Land
- Misswirtschaft & Korruption
- Clan-System, bzw. Elitenbildung
Literatur und Quellen
Literatur und Quellen
- Amnesty International (2011): Somalia. Im Chaos versunken. Online verfügbar unter: (25.04.2024).
- Arab Center Washington DC (2020): Negotiations between Somaliland and the Federal Government: Prospects or Failure. Arab Center for Research and Policy Studies. Online verfügbar unter: arabcenterdc.org/resource/negotiations-between-somaliland-and-the-federal-government-prospects-of-success-or-failure/ (13.05.2024).
- Balthasar, Dominik (2020): Kriege und Konflikte: Somalia. Online verfügbar unter: www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54689/somalia/ (02.05.2024).
- Berghof Foundation (2024): Somalia: Stärkung von Friedensinfrastrukturen und Förderung des inklusiven Dialogs im Bundesstaat Galmudug. Online verfügbar unter: berghof-foundation.org/work/projects/somalia-i4p-and-inclusive-dialogue-in-galmudug-state-de (13.05.2024).
- Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (2023): Länderreport 50 Somalia. Sicherheitslage in Las Anod seit Anfang 2023. Online verfügbar unter: www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Behoerde/Informationszentrum/Laenderreporte/2023/laenderreport-59-Somalia.pdf (13.05.2024).
- Council on Foreign Relations (2024): Somaliland: The Horn of Africa’s Breakaway State. Online verfügbar unter: www.cfr.org/backgrounder/somaliland-horn-africas-breakaway-state (02.05.2024).
- European Union Agency of Asylum (2022): Country Guidance Somalia 2023. The role of clans in Somalia. Online verfügbar unter: euaa.europa.eu/country-guidance-somalia-2023/12-role-clans-somalia (02.05.2024).
- Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (2024): Somalia. Die GIZ vor Ort. Online verfügbar unter: www.giz.de/de/weltweit/33495.html (13.05.2024).
- Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung (2022): Konfliktbarometer 2022. Online verfügbar unter: hiik.de/konfliktbarometer/aktuelle-ausgabe/ (02.05.2024).
- Ibrahim, Mohammed & Terflinden, Ulf (2008): Friedensstiftung und Wiederaufbau der Institutionen: Somaliland – eine Erfolgsgeschichte? In: Somalia. Alte Konflikte und neue Chancen zur Staatsbildung. Heinrich-Böll-Stiftung. Schriften zur Demokratie, Band 6. Online verfügbar unter: www.boell.de/de/publikationen/publikationen-3128.html (25.04.2024).
- International Crisis Group (2006): Somaliland: Time for African Union Leadership. Online verfügbar unter: www.crisisgroup.org/africa/horn-africa/somalia/somaliland-time-african-union-leadership (07.05.2024).
- International Crisis Group (2024): The Stakes in the Ethiopia-Somaliland Deal. Online verfügbar unter: www.crisisgroup.org/africa/horn-africa/ethiopia-somaliland/stakes-ethiopia-somaliland-deal (13.05.2024).
- Norman, Jethro (2024): Somaliland at the centre of rising tensions in the Horn of Africa. Danish Institute for International Studies. Online verfügbar unter: www.diis.dk/en/research/somaliland-the-centre-of-rising-tensions-in-the-horn-of-africa (07.05.2024).
- Matthies, Volker (2006): Konfliktlagen am Horn von Afrika. Aus Politik und Zeitgeschichte, 32-33. Online verfügbar unter: www.bpb.de/themen/afrika/dossier-afrika/59031/konfliktlagen-am-horn-von-afrika/ (25.04.2024).
- Mudane, Hassan (2018): Siad Barre’s regime: From repressive to civil war. Istanbul Ticaret University.
- Osman, Abdulahi (2007): Cultural Diversity and the Somali Conflict. Myth or Reality? African Journal on Conflict Resolution 7(2), 93-134.
- Peltner, Arndt (2015): Flucht aus Somaliland. Deutsche Welle, 15.12.2015. Online verfügbar unter: www.dw.com/de/somaliland-flucht-aus-einem-staat-den-es-nicht-gibt/a-18918872 (02.05.2024).
- Seifer, Matthias (o.J.): Die Neugründung von Somaliland – Ein endogener Staatsbildungsprozess am Horn von Afrika.
- Tagesschau (2021): Somaliland. Wahl im selbsternannten Staat, 31.05.2021. Online verfügbar unter: www.tagesschau.de/ausland/afrika/somaliland-wahlen-101.html (02.05.2024).
- TAZ (2024): Säbelrasseln im Kampf um Wasser, taz.de/Vorherrschaft-im-Nordosten-Afrikas/!6032702/ (10.09.2024)
- The East African (2023): Somalia, breakaway Somaliland agree to resume dialogue, 30.12.2023. Online verfügbar unter: www.theeastafrican.co.ke/tea/news/east-africa/somalia-and-breakaway-somaliland-agree-to-resume-dialogue-4478174 (13.05.2024).
- Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (2019): Horn von Afrika. Online verfügbar unter: zms.bundeswehr.de/resource/blob/5324202/8fde41628b95348cf4afd53c1daf29e2/wegweiser-zur-geschichte-horn-von-afrika-data.pdf (07.05.2024).
Karten
- Karte 1: Landkarte Somalia. The World Factbook 2023. Washington, DC: Central Intelligence Agency, 2023
- Karte 2: Lagekarte Somalia The World Factbook 2023. Washington, DC: Central Intelligence Agency, 2023
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