Servicestelle Friedensbildung

Baden-Württemberg

 

AFGHANISTAN

Eine Konfliktanalyse aus friedenspädagogischer Sicht

Wo? – Konfliktregion

Afghanistan ist ein Staat im südlichen Zentralasien. Flächenmäßig ist Afghanistan ungefähr doppelt so groß wie Deutschland, jedoch leben dort nur gut 40 Millionen Menschen, etwa halb so viele wie in Deutschland.
 

Wer? – Konfliktparteien

Der Afghanistankonflikt ist ein internationalisierter, innerstaatlicher Konflikt. Dieser fand zwischen der radikal-islamistischen Taliban und der afghanischen Regierung, die von einem Bündnis aus NATO-Ländern unterstützt wird, statt. Die Taliban stürzten diese Regierung jedoch nach Abzug der internationalen Truppen im August 2021 und übernehmen seither die Macht in Afghanistan.

Wann? – Zeittafel

1979: Internationalisierung der gewaltsamen Auseinandersetzungen 
Nachdem in den 70er-Jahren eine langjährige weitestgehend friedliche Periode in Afghanistan durch einen Militärputsch beendet wird, beginnt ein langer Gewaltkonflikt um die politische Ausrichtung Afghanistans. Mit dem Einmarsch sowjetischer Truppen zur Unterstützung der afghanischen kommunistischen Regierung in ihrem Kampf gegen die islamistischen Mudschaheddin, internationalisiert sich der Konflikt. In diesem Stellvertreterkrieg wird die afghanische Regierung von der Sowjetunion unterstützt, während die islamistischen Mudschaheddin von den USA und Pakistan Unterstützung erhalten.

1989–1996: Sowjetischer Truppenabzug; Ausbruch eines Bürgerkriegs
Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen bricht ein Bürgerkrieg zwischen verfeindeten Mudschaheddin-Gruppierungen aus. Die aus einigen dieser Gruppierungen entstandene Taliban - Bewegung erobert mit der Unterstützung Pakistans weite Teile des Landes und nimmt 1996 Kabul ein. Die Taliban etablieren ein islamistisch-fundamentalistisches Regime autoritärer Prägung.

Ab dem 11. September 2001: Intervention des US-Militärs
Als Reaktion auf die Anschläge von Al-Qaida auf das World Trade Center erheben die USA den Vorwurf, die Taliban würden die Auslieferung der z.T. in Afghanistan lebenden Al-Qaida Mitglieder und ihres Anführers Osama Bin Laden verweigern. Daraufhin greift eine von den USA geführte Koalition – an der auch Deutschland und weitere NATO-Staaten beteiligt sind – das Taliban-Regime an. Die Koalition stürzt die Taliban. Anschließend versucht sie, einen politischen Übergangsprozess einzuleiten und eine von NATO-Staaten unterstützte Regierung aufzubauen.

2018-2021: Friedensverhandlungen mit den Taliban; innerafghanischer Friedensprozess
Nachdem es dem NATO-Bündnis nicht gelingt, stabile demokratische Strukturen in Afghanistan zu etablieren und die Gewalt durch die Taliban anhält, kommt es zu direkten Friedensverhandlungen zwischen den Taliban und den USA ohne Einbeziehung der afghanischen Regierung. Am 29. Februar 2020 unterzeichnet die USA ein Friedensabkommen mit den Taliban. Der parallel verlaufende innerafghanische Friedensprozess wird von gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen afghanischen Streitkräften und den Taliban überschattet.

April bis August 2021: Abzug der US-Truppen und NATO-Verbände; Machtübernahme durch die Taliban; Evakuierung von Ortskräften
Nach rund 20 Jahren Einsatz ziehen die USA und ihre NATO-Verbündeten ihre Truppen aus Afghanistan ab. Die Taliban übernehmen am 15. August die Kontrolle der Hauptstadt Kabul und der staatlichen Institutionen in Afghanistan. Der afghanische Präsident Ashraf Ghani verlässt fluchtartig das Land. Aufgrund der sich stark verschlechternden Sicherheitslage im Land kommt es zu einer umfassenden Evakuierungsaktion durch internationale Kräfte, darunter der Bundeswehr. Insgesamt werden über 123.000 Menschen evakuiert, darunter deutsche Staatsangehörige, ehemalige Ortskräfte und afghanische Zivilpersonen. Bilder der chaotischen Evakuierung und Menschen, die erfolglos versuchen Afghanistan zu verlassen gehen um die Welt und lösen Kritik an der überstürzten Evakuierung aus. Die Taliban rufen wenige Wochen später das „Islamische Emirat Afghanistan“ aus und bilden eine Übergangsregierung.

Seit 2021: Gewaltmonopol der Taliban; massive Einschränkung von Menschenrechten; Wirtschaftskrise und humanitäre Notlage
Unter der Taliban Regierung kommt es zu systematischen Menschenrechtsverletzungen, zum Beispiel durch Folter, außergerichtliche Tötungen, Körperstrafen und öffentliche Hinrichtungen. Rechtstaat und Demokratie sind abgeschafft, die Verfassung von 2004 wurde außer Kraft gesetzt. Frauen und Mädchen werden systematisch diskriminiert. Ihnen ist der Besuch von weiterführenden Schulen und Zugang zum öffentlichen Raum untersagt. Für Frauen herrscht eine strenge Kleiderordnung, Männer müssen lange Bärte tragen. Seit 2024 dürfen Frauen in der Öffentlichkeit nicht mehr sprechen. In Folge der Machtübernahme der Taliban stürzt das Land in eine sozio-ökonomische Krise. In Afghanistan besteht eine der größten humanitären Notlagen weltweit durch extreme Armut und Hungersnot. Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. Während sich zwar einerseits die allgemeine Sicherheitslage seit 2021 verbessert hat und die Zahl ziviler Opfer im Vergleich zu vorangegangen innerstaatlichen gewaltsamen Konflikten zurückgegangen ist, kommt es andererseits zu gewaltsamen Angriffen durch einen IS-Ableger (ISK in Afghanistan).

Wie? – Mittel der Konfliktaustragung

Nachdem die von den USA geführte Koalition seit 2001 die Taliban vertrieben hat, verüben diese in den darauffolgenden Jahren organisierte Massaker, Anschläge und Selbstmordattentate auf Zivilist:innen und Sicherheitskräfte, um die Macht wieder zu erlangen. Es gelingt den Taliban, vom Nachbarland Pakistan aus durch Kampfhandlungen gegen die afghanische Armee und ausländische Truppen Teile Afghanistans wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Finanzieren können sich die Taliban u.a. aus Einnahmen aus der Besteuerung des Opiumanbaus und anderer wirtschaftlicher Tätigkeiten. Die NATO-Truppen versuchen nach ihrem Einmarsch in Afghanistan 2001 mit eigenen militärischen Operationen und Luftangriffen die Taliban zurückzudrängen. Später gehen sie dazu über, sich auf die Ausrüstung und Ausbildung der afghanischen Armee und der Sicherheitskräfte zu konzentrieren, die den Wiederaufbau des Landes gewährleisten und vor Angriffen der Taliban beschützen sollen. Ein systematischer Aufarbeitungs- und Versöhnungsprozess findet hingegen nicht statt. Zudem fallen den Angriffen der afghanischen Armee und der internationalen Truppen auf die Taliban oftmals Zivilist:innen zum Opfer. Es gibt Verdachte auf Kriegsverbrechen, wodurch die Akzeptanz der NATO-Truppen und der Regierung in der afghanischen Bevölkerung stark abnimmt und den Taliban die Rekrutierung neuer Kämpfer leichtfällt. Nach dem Abzug der internationalen Truppen im Jahr 2021 übernehmen die Taliban in einer schnellen Offensive wieder die Macht in Afghanistan. Die Machtübernahme und Einnahme Kabuls gelingt weitgehend gewaltlos und ohne großen Widerstand des afghanischen Militärs. Die Taliban setzen eine streng fundamentalistische Auslegung des islamischen Rechts durch. Rechte von Frauen und religiösen und ethnischen Minderheiten im Land sowie grundlegende Menschenrechte werden massiv eingeschränkt. Zu den Verboten gehört u.a. der Besuch von Bildungseinrichtungen für Mädchen und Frauen, Frauen werden daran gehindert zu arbeiten und sie werden dazu verpflichtet, nur vollständig bedeckt und mit männlicher Aufsichtsperson in der Öffentlichkeit aufzutreten. Die Taliban-Regierung geht gewaltsam gegen Regelverstöße, Demonstrationen und Journalist:innen vor. Zur Durchsetzung ihrer Verhaltensgebote richten sie ein „Ministerium für die Tugend und Laster“ ein. In den Folgemonaten kommt es zur Durchsetzung der islamistischen Auslegung der Scharia (islamisches Rechtssystem). Öffentliche Auspeitschungen und Hinrichtungen werden wieder eingeführt.

Warum? – Erklärungen für den Konflikt

Ethnische, religiöse und geographische Spaltung (kultureller Erklärungsansatz)
Afghanistan stellt ein ethnisch und geographisch fragmentiertes Land dar, in dem räumlich große Distanzen zwischen den verschiedenen Ethnien und ihren lokalen Identitäten bestehen. Sowohl zwischen den ethnischen Gruppen als auch zwischen ländlichen und urbanen Gebieten gibt es grundlegend unterschiedliche Vorstellungen über die Auslegungsform des Islam, über die Ausgestaltung des öffentlichen Lebens und die angestrebte Staatsstruktur Afghanistans. Während die Taliban eine radikale Auslegung des Islams durchsetzen und die Einrichtung eines islamisch-fundamentalistischen Emirats anstreben, versuchte die afghanische Regierung bis zu ihrem Sturz 2021, mit Unterstützung des NATO-Bündnisses, eine modernisierte Staatsform auf Basis demokratischer Strukturen zu etablieren.

Politischer Einfluss und Macht (machtbasierter Erklärungsansatz)
Die Frage nach der Durchsetzung der Staatsstruktur ist unweigerlich mit Fragen von politischem Einfluss und Macht verbunden. Die Taliban beanspruchen die Herrschaft Afghanistans für sich und wurden in ihren Bestrebungen nach dem Ausbau ihrer Macht aus Staaten wie Pakistan unterstützt. Im Gegensatz dazu versuchte das NATO-Bündnis zunächst mit Berufung auf die Terrorismusbekämpfung und die Demokratisierung des Landes, die Taliban militärisch zu besiegen und durch eine gewählte Regierung, ohne Miteinbezug der Taliban, den demokratischen Aufbau des Landes nach westlichem Vorbild voranzutreiben. Allerdings war dieses Vorhaben durch zahlreiche Schwierigkeiten geprägt. Es gab in der afghanischen Gesellschaft viel Unzufriedenheit mit der republikanischen Regierung. Dazu gehörten Vorwürfe zu Korruption und Wahlbetrug sowie Kritik an der andauernden Abhängigkeit von der Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft. Die Bestrebungen der Taliban nach 2021 wieder als anerkannte Regierung Afghanistans im internationalen Raum in Erscheinung zu treten, kommen auch in den diplomatischen Bemühungen des Außenministeriums der Taliban-Regierung und in den Bemühungen um ein Rederecht bei der UN-Vollversammlung zum Ausdruck. Während der ersten Taliban-Herrschaft (1996-2001) wurde ihre Regierung nur von Pakistan, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten anerkannt; aktuell wird die De-facto-Regierung der Taliban von keinem Staat anerkannt.

Schattenwirtschaft (ökonomischer Erklärungsansatz)
In den vergangenen, konfliktreichen Jahrzehnten hat sich der Opiumanbau zum stärksten Wirtschaftszweig Afghanistans entwickelt. Insbesondere die Taliban und verschiedene kriminelle, lokale Machthaber profitieren von der Schattenwirtschaft rund um den Anbau, Verkauf und Schmuggel von Schlafmohn und von anderen kriminellen Aktivitäten. Sie sind, wie Teile der Bevölkerung, auf die Einnahmen aus dem Opiumanbau angewiesen. Die mit der Drogenwirtschaft verbundenen wirtschaftlichen Interessen sind einerseits Ergebnis, andererseits auch Ursache des Konflikts und verlängern diesen damit. 

Friedenspotenziale

Welche Friedensbemühungen gibt es bereits?

Mit der Machtübernahme der Taliban 2021 wurden Friedensbemühungen in Afghanistan deutlich erschwert und fokussiert sich vor allem auf humanitäre Hilfe. Neben der Mandatierung des NATO-Einsatzes wurde 2002 von der UN eine Unterstützungsmission für Afghanistan (UNAMA) ins Leben gerufen, welche 2025 um ein weiteres Jahr verlängert wurde. UNAMA koordiniert die Verteilung der humanitären Hilfe, dokumentiert und berichtet über Menschenrechtsverletzungen und setzt sich für Dialoge zwischen den beteiligten Akteuren ein. Trotz der erschwerten Bedingungen sind weiterhin verschiedene NGOs in Afghanistan aktiv. Die Berghof Foundation, eine deutsche NGO, unterstützt beispielsweise innerafghanische Friedensprozesse durch Dialogangebote, Mediation sowie gewaltfreie Konflikttransformation. Auch die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) stellt im Auftrag der deutschen Bundesregierung Nahrungsmittelhilfen sowie Bildungsprojekte in Kooperation mit lokalen und internationalen NGOs bereit. Die EU setzt sich vor allem durch humanitäre Hilfe für Frieden und Stabilität in Afghanistan ein. Seit August 2021 hat die EU beispielweise 1.600 Tonnen Hilfsgüter mit 35 Flügen im Rahmen einer humanitären Luftbrücke nach Kabul transportiert. Zusätzlich hat die EU Sanktionen gegen die Taliban erhoben. Auf staatlicher Ebene sollten die seit 2018 stattfindenden Verhandlungen zwischen den USA und den Taliban sowie der Abzug der internationalen Truppen einen weiteren Schritt zur Beilegung des Konflikts darstellen und Raum für einen innerafghanischen Friedensprozess schaffen. Diese Verhandlungen fanden weitestgehend ohne die Beteiligung der afghanischen Regierung statt. Das im April 2020 unterzeichnete „Doha-Abkommen“ zwischen den USA und den Taliban sah neben dem Abzug der internationalen Truppen u.a. ein friedliches Verhalten der Taliban gegenüber den USA und ihren Verbündeten, die Verhinderung terroristischer Aktivitäten sowie einen landesweiten, dauerhaften Waffenstillstand vor. Die innerafghanischen Friedensverhandlungen zwischen den Taliban und der afghanischen Regierung scheiterten im August 2021.

Welche Friedensansätze werden diskutiert?

International
Nach der Machtübernahme der Taliban 2021 haben viele Regierungen, darunter die USA und Deutschland, ihre diplomatischen Vertretungen in Afghanistan geschlossen. Kein Land erkennt die Taliban als rechtmäßige Regierung Afghanistans an. Die internationale Staatengemeinschaft steht vor der Herausforderung, in Verhandlungen mit den Taliban einzutreten und diplomatische Beziehungen aufzubauen, ohne den Taliban zu viel Legitimität zuzugestehen, bevor sie diese nicht von der afghanischen Bevölkerung zugesprochen bekommen. Mehrere Länder, darunter Russland, China, Kasachstan, oder Katar nähern sich den Taliban an. So haben manche Länder die Taliban von nationalen Terror-Listen gestrichen und diplomatische Kontakte ausgebaut. Etwa 40 Länder haben aktuell Ländervertretungen in Afghanistan.

Deutschland
Seit der Machtergreifung der Taliban 2021 war das Bundesaufnahmeprogramm der deut-schen Bundesregierung zentraler Aspekt des deutschen Engagements für Menschen in Afghanistan. Bis zu 1.000 besonders gefährdete Personen, vor allem afghanische Ortskräfte und ihre Familienangehörigen aber auch Aktivist:innen, sollten pro Monat aufgenommen werden. Insgesamt wurde etwa 38.000 Personen eine Aufnahme in Deutschland in Aussicht gestellt. Tatsächlich wurde bisher nur ein Teil dieser Personen in Deutschland aufgenommen. Rund 2.000 Menschen, die aufgrund einer Aufnahmezusage Deutschlands nach Pakistan ausgereist sind, warten zudem seit Monaten auf eine Weiterreise nach Deutschland. Inzwischen bietet die Bundesregierung diesen Menschen Geld an, wenn sie auf diese Aufnahmezusage verzichten und nach Afghanistan zurückkehren. Viele Menschen wollen dies nicht annehmen, weil sie in Afghanistan um ihre Sicherheit und ihre Freiheitsrechte fürchten. Es wurde zudem vom Deutschen Bundestag im Juli 2022 ein Untersuchungsausschuss, der den Abzug der Bundeswehr untersucht, sowie eine Enquete-Kommission, die Lehren und Empfehlungen für künftiges Krisenmanagement ziehen soll, eingerichtet. Der Untersuchungsausschuss sowie die Enquete-Kommission zeigen übereinstimmend, dass der deutsche Afghanistan-Einsatz von strategischen, organisatorischen und kommunikativen Defiziten geprägt war und künftige Einsätze bessere Vorbereitung, realistischere Zielsetzungen sowie mehr Koordination und Transparenz erfordern.

Innerstaatlich
Verschiedene Hilfsorganisationen, die nach der Machtübernahme der Taliban im Land geblieben sind, setzen ihre Arbeit fort. In Afghanistan kommt es immer wieder zu Demonstrationen, bei denen insbesondere Frauen die Einschränkungen ihrer Rechte und Freiheiten anprangern. Die Taliban halten ihre anfangs moderaten Regierungsversprechen nicht ein und schränken insbesondere die Frauenrechte massiv und gewaltsam ein. Um nachhaltigen Frieden zu schaffen, ist zudem ein umfassender Aufarbeitungs- und Versöhnungsprozess zwischen allen Teilen der afghanischen Gesellschaft unabdingbar. 

 

 

Konfliktpartei: Taliban

Konfliktpartei: Taliban

Positionen
-    Rechtmäßige afghanische Regierung
-    Durchsetzung von Sittengeboten
-    Islamisch geprägte Staatsform
-    Einschränkung von Frauenrechten legitim
Interessen
-    Anerkennung durch internationale Staatengemeinschaft 
-    Machtausbau und Legitimierung durch Bevölkerung
-    Sicherung des "Islamischesn Emirats Afghanistan"
-     Internationale finanzielle Unterstützung für die Bevölkerung
Bedürfnisse
-    Identitätsbewahrung und Zusammenhalt
-    Stabilität, Sicherheit und (wirtschaftlicher) Wohlstand im Land
-    Sicherstellung der Ernährung der eigenen Bevölkerung 
 

Arbeitsblatt Konfliktzwiebel (leer)

Arbeitsblatt Konfliktzwiebel Taliban (ausgefüllt)

Konfliktpartei: NATO-Koalition

Konfliktpartei: NATO-Koalition

Positionen
-    Einhaltung der Menschenrechte
-    Es braucht Bildung und Gleichberechtigung
-    Demokratische Strukturen sollen aufgebaut werden
-    Zentrale Ziele des NATO-Einsatzes in Afghanistan wurden erreicht
Interessen
-   Friedensabkommen in Afghanistan
-   Bekämpfung des islamistischen Terrorismus
-   Modernisierung des Landes
-   Etablierung einer westlich orientierten Regierung 
Bedürfnisse
-    Internationale Sicherheit und Stabilität

Arbeitsblatt Konfliktzwiebel (leer)

Arbeitsblatt Konfliktzwiebel NATO-Koalition (ausgefüllt)

Konfliktpartei: Unterstützer:innen der ehemaligen Republik

Konfliktpartei: Unterstützer:innen der ehemaligen Republik

Positionen
-    Einhaltung der Menschenrechte
-    Demokratische Strukturen sollen aufgebaut werden
-    Schutz von Frauen und Mädchen
-    Es braucht Bildung und Gleichberechtigung
Interessen
-    Bekämpfung des islamistischen Terrorismus
-    Bekämpfung des islamistischen Terrorismus
-    Moderinisierung des Landes
-    Ende der Taliban-Herrschaft
-    Modernisierung des Landes
Bedürfnisse
-    Wohlstand und Fortschritt
-    Gleichberechtigung Zivilgesellschaft
-    Sicherheit vor terroristischen Angriffen

Arbeitsblatt Konfliktzwiebel (leer)

Arbeitsblatt Konfliktzwiebel Unterstützerin der ehemaligen Republik (ausgefüllt)

Konfliktbaum Afghanistan

Konfliktbaum Afghanistan

Effekte und Auswirkungen:
-    Schlechte wirtschaftliche Lage und Armut, auch in Folge von internationaler Isolation Afghanistans
-    Wegfall der internationalen Unterstützung, beispielsweise in Form von EZ
-    Humanitäre Notlage
-    Kriegsverbrechen
-    Über 200.000 Todesopfer
-    Flucht
-    Drogenökonomie
-    Geschlechtsspezifische Diskriminierung und Gewalt
-    Menschenrechtsverletzungen & freiheitsbeschränkende Vorschriften

Kernproblem: Konkurrierende Staatsverständnisse

Konfliktursachen:
-    ethnische und geographische Fragmentierung
-    islamistischer Terrorismus & Überzeugungen
-    Korruption und Drogenökonomie
-    von Gewalt geprägte Geschichte
-    Einflussnahme anderer Länder

Arbeitsblatt Konfliktbaum (leer)

Arbeitsblatt Konfliktbaum Afghanistan (ausgefüllt)

 


 

Literatur und Quellen

Literatur und Quellen

  • Bundeszentrale für politische Bildung (2022): Afghanistan
  • Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (2021): Der Konflikt in Afghanistan und die UN
  • Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung: Konfliktbarometer
  • Goertz, Stefan (2022): Afghanistan und die Taliban. Ein Überblick, Wiesbaden: Springer Fachmedien.
  • Klußmann, Jörgen; de Carvalho, Marco; Rahman, Bahram (2010): Konfliktbearbeitung in Afghanistan. Die systemische Konflikttransformation im praktischen Einsatz bei einem Großgruppenkonflikt, Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung.
  • Schetter, Conrad (2017): Kleine Geschichte Afghanistans. München: C.H. Beck.
  • UCDP (o.J.): Afghanistan

Karten

  • Karte 1: Landkarte Afghanistan. The World Factbook 2021. Washington, DC: Central Intelligence Agency, 2021.
  • Karte 2: Lagekarte Afghanistan. The World Factbook 2021. Washington, DC: Central Intelligence Agency, 2021

Weitere Materialien:

Foto-Reportage über ein Friedensprojekt in Afghanistan

In  Afghanistan  organisiert ein deutscher  Mathematikdozent seit vielen Jahren Unterricht in Moscheen, vor allem für Mädchen. Seine Verbündeten sind die lokalen islamischen Geistlichen, die Mullahs. Ohne Bildung sei Frieden unmöglich, sagen sie. Mit der Machtübernahme der Taliban 2021 hat sich die Situation auch im Bildungsbereich leider deutlich verschlechtert. Ein Schulbesuch ist älteren Mädchen derzeit verwehrt, von der siebten bis zur zwölften Klasse werden nur noch Jungen unterrichtet.

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